Das große Backen – warum backen glücklich macht und Hintergründe zum Thema Backen, erfahrt Ihr hier!

backen macht glücklich

Wer kein reines Chemiker-Herz hat, kann erkennen, dass Backen vor allem eines ist: Zauberei! Aus einfachen Zutaten, die sich je nach Rezept sogar nur in der Menge oder Verarbeitung unterscheiden, wachsen etliche unterschiedliche Kuchen, Torten und Gebäcke heran – ausschließlich durch Mischung, Hitze und Dekoration. Und alle schmecken sie anders lecker. Das umschreibt die Faszination des Backens – aber ist es das, warum Backen glücklich macht? Was steckt dahinter und welche Informationen rund ums Backen könnten sonst relevant sein? Wir gehen hier den häufigsten Fragen auf den Grund!

Backen – wer hat’s erfunden?

Die Geschichte des Backens beginnt schon vor über 6000 Jahren. Das Warum wird nie zu 100% erklärt werden können, doch wie bei so vielen großen Erfindungen, dürfte Zufall und Glück ein wesentlicher Bestandteil gewesen sein. Mit dem Aufkommen des Getreides wurde dieses anfangs noch roh verzehrt, später wurde es zwischen Steinen gemahlen und mit Wasser vermischt. Der rohe Mehlbrei war leichter zu essen als trockene Getreidehalme. Möglicherweise backte der Brei einmal zufällig in der Nähe des Feuers oder bei direkter Sonneneinstrahlung, abgelegt auf (heißen) Steinendas Fladenbrot war erfunden.

Sauerteige, die auch heute noch einfach aus Wasser und Mehl angesetzt werden können und durch die Gärung bei Zimmertemperatur entstehen, dürften durch Zufall entstanden und so entdeckt worden sei. Das Zeitalter des Brotes war angebrochen.

Seither hat sich viel getan – die Entdeckung der Hefe und des Backpulvers, die Neugier des Menschen und sein immerwährender Wunsch, sich und alles um ihn zu verbessern, schafften eine riesige Bandbreite an Backwaren, deren Neuerfindung bis heute nicht abzureißen scheint.

Und als der Zucker aus Zuckerrüben gewonnen werden konnte und auch für den Normalbürger bezahlbar war, hielten Kuchen und Torten auch in den bürgerlichen Haushalten Einzug. Früher noch in Backhäusern gebacken, brachte die Erfindung des heimischen Ofens mit Öl, Gas und später Strom eine noch größere Backleidenschaft auf den Kaffeetisch.

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie unsere Großmütter Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts gebacken haben, kann auch gerne in unseren Blog-BeitragBacken wie zu Omas Zeiten. Wie geht heute backen wie früher? – Hier steht’s! reinschauen.

Fakten übers Backen

Übers Backen gibt es nebst der Historie auch andere Fakten, die erwähnenswert sind und nach denen oftmals gefragt wird. Gehen wir den gängigsten Themen auf den Grund.

Definition des Backens

Backen beschreibt eine Garmethode, bei der das jeweilige Backwerk in einer Temperatur zwischen +100°C bis +250°C gegart (gebacken) wird, um ein (essbares) Produkt herstellen zu können.

In Österreich umschreibt das „Backen“ nicht nur das Garen im Ofen, sondern auch das Garen im Fett, weil das Gargut in z. B. Öl gegart (frittiert) wird.

Backen ist Chemie

Wer nicht von Zauberei beim Backen sprechen möchte, kann dies auch wissenschaftlich tun. Denn Backen ist vor allem eines: Eine reine Anhäufung von Chemie und chemischen Reaktionen. Hierbei sind also nicht nur die Zutaten oder die Bestandteile dieser wichtig, sondern auch die Konsistenz, die Wartezeiten, die Behandlung (Verarbeitung) der Zutaten und das Zubringen von Hitze, um deren Konsistenz in der Mischung verändern zu können.

Jede Zutat hat seine Daseinsberechtigung im Teig und wer schon immer wissen sollte, warum eine kleine Prise Salz im Teig das Backverhalten im Kuchen verbessert, findet die Antwort in unserem Blog-Beitrag: Wie Kuchen backen? – Welche Zutat welchen Zweck erfüllt, erfahrt Ihr hier!„.

Statistik des Backens in Deutschland

Laut einer Umfrage von Statista im Jahr 2018 veränderte sich das Backverhalten in den letzten fünf Jahren kaum. Zwischen 18 und 19 Millionen Menschen der deutschen Bevölkerung backen regelmäßig und gute 23 Millionen zumindest ab und zu, das sind bei einer Einwohnerzahl von 82 Millionen mehr als die Hälfte.

Vier Millionen in Deutschland lebende Menschen backen mit Margarine. Butter bleibt der Spitzenreiter beim Backen und im Jahr 2003 schätzten 17% der Befragten sich selbst als sehr gute Bäcker ein. Im Jahre 2017 verwendeten nicht einmal eine Million Menschen in Deutschland eine Backmischung oder Tiefkühltorte pro Woche. Der Trend des Selbstbackens bleibt.

Backen gegen Geld

Kuchen backen und selbst verkaufen – das wäre für so viele ein großartiges Zubrot zur Haushaltskasse, denn Hobbybäcker und Freizeitbäckerinnen sind schon lange keine Laien mehr. Ihre Kuchen und Torten können sich sehen lassen und übertreffen wahrlich viele preisgekrönte Gebäcke.

Leider ist das Verkaufen der eigenen Kuchen und Gebäcke in Deutschland nicht so einfach. Wer darf Kuchen backen und diesen verkaufen? – Grundsätzlich niemand bis auf diejenigen, die bei der Handwerkskammer gemeldet sind, bestenfalls als Konditormeister. Sondergenehmigungen für Nicht-Bäcker sind schwer zu bekommen und daher äußerst selten, damit der Spruch „Ausnahmen bestätigen die Regel“ nicht zur Regel wird. Diese Ausnahmeregelung ist im Gesetz zur Ordnung des Handwerks (Handwerksordnung) unter dem §8 geregelt.

Kein Problem ist allerdings, wenn bei Vereinsfesten ein Kuchen gespendet wird. Diese Einnahmen werden beim Verein als Spende verbucht. Das gleiche gilt für Kuchenverkauf in Schule und Kindergarten. Aber auch diese Bereiche werden vielmehr auf Spendenbasis abgebucht, da es nicht darum geht, sich selbst mit dem Verkauf des Kuchens zu bereichern (und somit ein Gewerbe zu betreiben).

Ausnahmen können natürlich sein, dass übrig gebliebene Muffins mit auf den Flohmarkt genommen und verkauft werden, nur eine Gewinnerzielungsabsicht darf nicht vorliegen. Das heißt, die Muffins dürfen nicht zum Zweck gebacken worden sein, diese danach zu verkaufen. Auch die Regelmäßigkeit solcher Aktionen könnte unterstellen, dass eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.

Im Übrigen ergeben diese strengen Vorschriften natürlich auch einen Sinn – es geht um Lebensmittel und Hygienestandards. Die Gesetze sollen sicherstellen, dass die angegebenen Produkte nur von Menschen vertrieben werden, die diese Standards von Gesetz wegen einzuhalten haben und auch überprüft werden.

Wie und wo backen lernen?

Backen lernen ist nicht schwer. Wer sich tatsächlich Schritt für Schritt an die Angaben in einem guten Rezept hält, wird keine Probleme haben, einen eigenen Kuchen zu backen.

Ein Anfang können auch Backmischungen machen, um das Selbstbewusstsein zu stärken. Doch dabei solltet Ihr nicht bleiben, denn das Selbstbacken macht so viel mehr Spaß und vor allem hinterher auch sehr viel stolzer.
Ansonsten helfen natürlich Freunde, Bekannte und Verwandte weiter, die eigene Backerfahrung gesammelt haben, oder Backkurse, die es in jeder größeren Stadt gibt.

Und Übung macht den sprichwörtlichen Meister – wer beginnt, sich mit den Zutaten von Rezepten näher auseinander zu setzen und immer wieder verschiedene Rezepte ausprobiert und nachbackt, der bekommt ein Feingefühl für Eigenkreationen.

Ansonsten empfehlen wir immer gerne auch unseren Backratgeber, in dem wir viele gängige oder auch außergewöhnliche Backthemen aufgreifen.

Vorteile – warum selbst backen?

Die einfachste Antwort auf diese Frage ist natürlich: weil Ihr dann wisst, was im Kuchen drin ist und dieser nicht mit zusätzlichen Stoffen gestreckt wird, um ihn haltbarer zu machen.

Weiterhin kann der Unterschied zwischen selbstgebackenem und fertig gekauftem Kuchen sehr wohl herausgeschmeckt werden. Selbst gebackener Kuchen ist frischer und mit frischen Zutaten gebacken und diese schmecken besser als konservierte Zutaten, Zusatzstoffe und Milchpulver (z. B. in Backmischungen).

Der dritte Grund – und ebenso wichtig wie schön – es macht einfach Spaß, selbst zu backen. Das Ergebnis macht stolz und für andere backen heißt auch, Zeit und Gedanken für den anderen zu investieren. Selbst backen ist also auch eine Wertschätzung – an sich selbst und gegenüber den Personen, für die gebacken wird.

Backen macht glücklich – warum?

Wer dem Backen eine Art Zauberei anhängen kann, wird spüren, dass es magisch ist, aus einfachen Zutaten ein kleines Wunder selbst zu kreieren. Backen ist Kreativität und auch diese Schaffenskraft macht glücklich. Etwas Eigenes wird erschaffen, was immer mit Stolz erfüllt. Es steht Mühe, Arbeit und Zeit in eigenen Kuchen und wer schon Torten verziert hat, weiß, wie viel Liebe zum Detail in der Dekoration steckt.

Das aber sind nur die einfachen, logischen Folgerungen von jemandem, der selbst gerne backt. Mittlerweile gibt es jedoch auch Studien, die belegen, dass Backen gut für die Seele ist und die Kreativität beim Backen Stress abbaut. Backen hat wesentliche therapeutische Eigenschaften, die die Psyche stärken können.

Backen benötigt absolute Konzentration, z. B. beim Lesen und Einhalten des Rezepts und beim Abwiegen und Abmessen der Zutaten oder beim Einhalten der Ruhe- und Backzeiten. Durch diese Konzentration wird das Bewusstsein von alltäglichen Sorgen abgelenkt, damit das Unterbewusstsein diese verarbeiten kann. Dieser Vorgang dient zum Stressabbau.

Liebeskummer verarbeiten geht mit Backen ebenfalls. Je nachdem, welche Gefühle in einem schlummern, ist es vielleicht ratsam, einen Hefeteig anzusetzen und diesen wie in Omas Zeiten von Hand zu kneten. Hefeteig wird gerne geschlagen, geworfen und gedrückt – einen besseren Stressabbau für eine gute Sache (leckerer Hefekuchen) gibt es kaum. Manche Menschen powern sich bei Stress im Sport aus, andere kneten Hefeteig.

Backen hilft auch gegen Langeweile oder verkürzt Wartezeiten. Durch die Konzentration durchs Backen liegt der Fokus auf den Backzeiten, nicht mehr auf den Wartezeiten. Mancheiner hat auch schon die Zeit beim Backen vergessen und auf einmal ist der hergesehnte Zeitpunkt eines Ereignisses oder bis zum Ende der Langeweile da, ohne dass das Warten bewusst wahrgenommen wurde.

Zusätzlich hat das Arbeiten mit den eigenen Händen einen sehr positiven Effekt auf die Psyche. Vor allem zu Zeiten von Fernsehen, Computer oder Smartphone ist das Werken mit eigenen Händen eine Erleichterung. Die Bewegung mit den Händen beim Kneten, Ausrollen und Rühren aktiviert diverse Gehirnareale, die sonst vernachlässigt würden.

Auch der Geruch beim Backen kann glücklich machen, vor allem wenn positive Assoziationen mit Erinnerungen verknüpft sind. Das Backen kann somit auch als Aromatherapie bezeichnet werden. Aber auch wer keine Erinnerungen zum Backen in der Kindheit hat (z. B. auch beim Naschen von Teig), wird z. B. durch Zitronenduft angeregt, denn dieser wirkt belebend und erfrischend. Ebensolche und ähnliche Wirkungen haben andere Aromastoffe beim Backen. Nicht ohne Grund sind Vanille und Zimt die beliebtesten Backgewürze.

Weiterhin wird meist für andere Personen mitgebacken und schenken oder anderen eine Freude bereiten, bereitet selbst Freude – was wiederum glücklich macht.

Ein weiterer Punkt sind Rituale. Wer in regelmäßigen Abständen backt, entwickelt Routinen. Routinen helfen, den Alltag zu meistern, der oftmals auch mit unvorhergesehenen Dingen ausgeschmückt ist. Ganz gleich, ob diese Situationen positiv oder negativ sind, die Psyche des Menschen ist darauf ausgelegt, sich in einem Gleichklang der Dinge am sichersten zu fühlen. Wer also in einer aufregenden Zeit mit vielen spontanen Situationen zur Ruhe kommen möchte, greift zu Ritualen zurück, die er sich selbst gestrickt hat. Eines davon kann eine Backroutine sein, die dann für die innere Ruhe sorgt und wie Kurzurlaub auf die Seele wirkt.

Übrigens: Wer gerne mit Kindern backt, sollte dies tun, denn die Studie erklärt, dass das Backen mit Kindern die positiven Effekte des Backens noch verstärken kann. Alternativ funktioniert dies natürlich auch mit Freunden und Verwandten, denn Teamwork steigert soziale Kompetenzen.

Zusammenfassung

Das Backen begleitet die Menschheit schon seit über 6.000 Jahren. In dieser Zeit ist sehr viel passiert und noch heute werden immer neue Back-Kreationen geschaffen. Aber das Wesentliche beim Backen ist geblieben: die Freude daran, die Faszination und dass Backen glücklich macht. Das wurde mittlerweile auch in Studien nachgewiesen, denn Backen baut Stress ab und wirkt wie Balsam auf der Seele – noch mehr, wer es gemeinsam mit und für andere tut.

Euer Team von meincupcake.de


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